Foodtrends in Berlin: Zwischen Fake-Mango, Matcha-Hype und der Sehnsucht nach echter Seele

Berlin war mal die Stadt, in der man an jeder Ecke etwas Überraschendes essen konnte. Kleine Läden, große Geschichten, wilde Ideen – oft nicht perfekt, aber mit Herz.

Heute fühlt sich das kulinarische Stadtbild manchmal eher an wie ein TikTok-Feed: schnell, laut, austauschbar.

In den letzten Monaten habe ich mich wieder durch einige der aktuellsten Foodtrends probiert. Von fancy Früchte-Imitationen im KaDeWe bis zu Matcha-Süßigkeiten, Bagel-Bars und neuen Burger-Konzepten. Und je mehr ich probiert habe, desto klarer wurde mir:

Foodtrends lohnen sich in Berlin immer weniger.

Nicht, weil Essen plötzlich schlecht geworden ist – sondern weil immer mehr neue Läden ohne echte Seele entstehen.

Bagels, Bagels, Bagels – warum plötzlich alle Bagels verkaufen

Berlin liebt seine Trends, und aktuell sind es eindeutig: Bagels.

Neue Läden mit Sauerteig, offenen Backstuben, minimalistischen Interiors und Menüs, die überall ähnlich aussehen.

Natürlich schmecken viele davon gut. Aber wenn man ehrlich ist, fühlt sich das Ganze oft an wie ein Baukasten:

• Gleiches Konzept

• Gleiche Ästhetik

• Gleiche Preise

• Gleiche Instagram-Wand

Was fehlt, ist Persönlichkeit.

Ein Bagel-Laden mit Geschichte, mit Ecken und Kanten, mit einem Menschen dahinter, der mehr erzählt als nur: „Das läuft gerade gut auf Social Media.“

Matcha, Matcha, Matcha – grün, süß, überall

Dann wäre da noch der Matcha-Hype.

Matcha-Cookies, Matcha-Croissants, Matcha-Tiramisu, Matcha-Latte in fünf Varianten.

Auch hier: lecker, klar und ich freue mich darüber.

Aber auch: überall gleich.

Viele dieser Läden wirken wie Kopien voneinander. Gleiche Farben, gleiche Schrift, gleiche Rezepte. Sie fühlen sich an wie Pop-up-Versionen von Trends, die woanders entstanden sind – ohne eigene Identität.

Burger-Konzepte ohne Charakter

Und natürlich: Burger.

Berlin war mal eine Burger-Hochburg mit echten Originalen. Heute eröffnen ständig neue Burger-Konzepte, die aussehen wie Franchise-Läden – selbst wenn sie keine sind.

Alles ist „smash“, alles ist „premium“, alles ist „next level“.

Aber kaum etwas fühlt sich wirklich neu an.

Das eigentliche Problem: Es fehlt die Seele

Was all diese Orte gemeinsam haben, ist nicht unbedingt schlechter Geschmack, sondern fehlende Tiefe.

Viele dieser neuen Läden sind:

• schnell hochgezogen

• trendgetrieben

• stark auf Social Media optimiert

• aber emotional leer

Sie bleiben oft nur ein paar Monate.

Nicht, weil sie schlecht sind, sondern weil sie niemand wirklich vermisst.

Wo sind die Läden mit Geschichte geblieben?

Ich wünsche mir wieder mehr:

• inhabergeführte Restaurants

• Orte mit Persönlichkeit

• Konzepte mit einer Geschichte

• Läden, die nicht für TikTok, sondern für Menschen gemacht sind

Berlin lebt von Charakter, nicht von Kopien.

Es gibt sie noch – diese besonderen Orte mit Seele.

Aber man muss sie heute viel stärker suchen, weil sie zwischen all den Hype-Spots untergehen.

Fazit: Weniger Trend, mehr Herz

Foodtrends sind nicht per se schlecht.

Aber wenn alles nur noch Trend ist, bleibt nichts, was wirklich berührt.

Ich wünsche mir eine Berliner Food-Szene, die wieder mutiger, persönlicher und ehrlicher wird.

Weniger „Was funktioniert auf Instagram?“

Mehr „Was will ich wirklich erzählen?“

Denn am Ende erinnern wir uns nicht an die hübscheste Fake-Mango,

sondern an die Orte, an denen wir uns willkommen gefühlt haben.

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Die große Romantisierung…